Das Schalker Heimspiel gegen Paok wurde, wie heute bekannt gegeben wurde, um einen Tag vorverlegt und auch noch auf 18 Uhr terminiert. Das nährt naturgemäß im Netz Verschwörungstheorien.

Das gehe auf die Polizei zurück, so wird vermutet. Man wolle so verhindern, dass Griechen anreisen – die ihre Reise vermutlich schon gebucht haben dürften. Verein und UEFA haben da mitgespielt – mussten sie ja, wenn man bedenkt, wie schwer es sonst ist, ein Spiel verlegen zu lassen. Die UEFA hat sich bisher gegen so etwas immer gesperrt.

Natürlich ist es nicht verwerflich – ganz im Gegenteil -, dass Polizei und Verein sich Gedanken machen, wie sie die Zuschauer schützen sollen. Da darf auch eine Spielverlegung nicht tabu sein. Doch warum erst jetzt? Die Weiberfastnacht gibt es schon seit 1824 und findet immer am Donnerstag vor Aschermittwoch statt. Anders gesagt: Der Termin ist seit fast 200 Jahren bekannt und sollte eigentlich niemanden überraschen.

Doch warum auch noch 18 Uhr? Ein ungewohnter Zeitpunkt in einer Fußballwelt, wo die Fußballverbände und die Fernsehsender eigens Personal abstellen, dass ja zur gleichen Sekunde angepfiffen wird – so lange er nicht von Außen Grünes Licht bekommen hat, darf ein Schiedsrichter gar nicht anpfeifen. Die Uhrzeit wurde nicht erklärt.

Hinzu kommt: Die Verletzungen, die die Fans in der zu schützenden Kurve erlitten, wurden nicht durch die griechischen Fans verursacht, sondern von den drei Kohorten, die mit grenzwertiger Schlagkraft in die Nordkurve stürmten. Dass die Anhänger aus Paok die Nordkurve hätten stürmen wollen, gehört in das Reich der Mythen, wie sich herausgestellt hat, egal, wie es in dem Moment dem Einsatzleiter dargestellt hat. Ein weiterer Grund, sich über die Kurzfristigkeit der Maßnahme zu wundern.

Zwei Dinge zeigt dieses schwach bis gar nicht erklärte Vorgehen aber deutlich: Zum einen, dass es von Seiten der Polizei immer noch keine Fehlerkultur gibt oder gar das Vermögen, ihren Fehler auch nach drei Jahren einzugestehen. Zum anderen, dass der Verein entgegen aller Beteuerungen weiterhin willig alles tut, was die Polizei verlangt – egal, ob es gut begründet und sinnvoll ist oder nicht.

„Salzburg auswärts“ – sicherlich nicht das Highlight meiner internationalen Schalke-Karriere. Da kann die Stadt noch so schön sein, die Jungs von der Austria sich noch so tapfer gegen den modernen Fußball wehren, so steht trotzdem über alldem dieses Krebsgeschwür eines Konstruktes, fest eingenistet in den Wirren des Paragraphendschungels der Verbände. Erschaffen aus einem Topf voll Geld, sich bewegend in den Ligen Europas, aber trotzdem von Anfang an eine seelenlose Totgeburt. Gewöhnen werden wir uns hoffentlich nie da dran. Dennoch mahnt das Beispiel Hoffenheim, dass irgendwann doch eine gewisse negative Gewohnheit eintritt, wenn es zum zehnten Mal aufs Dorf geht. Nun ja, nun fällt mir beim Schreiben auf, dass ich bisher ausschließlich auf diesen kack „Verein“ eingehe. Wie immer bei solchen Themen, ist es ein schmaler Grad zwischen „aufmerksam machen“ und „zu viel Aufmerksamkeit geben“. Da dies aber in erster Linie ein Spielbericht sein soll, höre ich damit mal auf. Die Dampfdrucksättigung hat bereits begonnen und wir wollen ja schließlich nicht, dass etwas platzt.

Bei aller Aufregung nach dem Los hat, wie oben angesprochen, diese Stadt ja doch viel zu bieten. In den Bergen gelegen, mittelalterlich erhalten und voller leckerem Essen in den vielen kleinen Gassen. Da ich nicht im wunderschönen Gelsenkirchen wohne, sondern ein paar hundert Kilometer weiter nördlich, war die Entscheidung auf dem Knallsuff im Sonderzug (nicht alle wollten in Salzburg sitzend Tee trinken) zu verzichten und dafür mit der Perle zwei Nächte in Salzburg zu verbringen, nicht schwer. ICE-Fahren ist auch nicht mehr so teuer und so gleiteten wir elegant durch die Bundesrepublik, bis sich schließlich die weißen Türen öffneten und zwei Schalker auf den Bahnsteig plumpsten. Jeder, der im Laufe der Tage den Hauptbahnhof und sein Umfeld kennenlernen musste, wird wissen, was wir in diesem Moment gefühlt haben: „Das soll Salzburg sein?“ In meinem romantischen aber kleinen Hirn malte ich mir doch Salzburg als eine (Zeit)reise in das Märchenwunderland aus und nun das? Genauso hässlich wie jedes Bahnhofumfeld und zu allem Überfluss begrüßte uns vor dem Eingang gleich eine Wanne der deutschen(!) Bundespolizei. Steuerverschwendung allez.

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Es ist ja nicht so, als wäre das Kunstprodukt aus Leipzig ohnehin schon unbeliebt bei Fans aller Couleur. Der erst 7 jährige Retortenclub von Ralf Rangnick hat dem Ganzen am Samstag beim Heimspiel gegen Schalke durch das Verhalten auf dem Platz noch die Krone aufgesetzt.

Bereits in der ersten Spielminute täuschte Timo Werner ein Foul im Strafraum vor. Fährmann konnte in der Situation die Arme auch nicht weiter wegziehen. Trotzdem hat es nicht gereicht, um die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Dankert nicht mehr abzuwenden. Wie man solch eine Entscheidung treffen kann, bleibt Dankerts Geheimnis, denn selbst aus dem Gästeblock im Oberrang war klar ersichtlich, dass das eine Schwalbe war.

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Lage

Nur wenige Kilometer hinter der Deutsch-Österreichischen Grenze liegt das letzte Ziel unserer Europa League Reise im Kalenderjahr 2016: Salzburg, mit ca. 150.000 Einwohner die viertgrößte Stadt Österreichs.

Wetter

Im Dezember kann man in Salzburg durchaus die dicken Winterklamotten einplanen. Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen -2,5 bis 4 Grad. Der Niederschlag, der allerdings im Vergleich zu den Sommermonaten geringer ausfallen, fällt entsprechend meistens als Schnee.

Anreise

Bei der Anreise nach Salzburg stehen uns diesmal im Gegensatz zum Auswärtsspiel in Krasnodar wieder einige Möglichkeiten zur Verfügung.

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(ae) Am Ende der gestrigen Verhandlung gab es zumindest ein glückliches Gesicht im Sitzungssaal A 140 im Landgericht Bochum. Ender Ulupinar zeigte sich zufrieden, denn seine Chancen im Streit gegen den Schalker Fanclub Verband (SFCV) – dessen Aufsichtsratsvorsitzender er bis vor kurzem noch war, bevor er sein Amt im Zwist niederlegte – waren gestiegen. Es folgt ein Augenzeugenbericht von Astrid, die der öffentlichen Verhandlung beiwohnte und die Dinge aus ihrer Sicht schildert.

Doch um was ging es eigentlich in diesem Verfahren? Es ist lange nicht das einzige Streitthema zwischen Ender Ulupinar und dem SFCV, die Auseinandersetzung wird aktuell in mehreren Verfahren und auch staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen geführt. Diesmal aber ging es um die Nutzung der beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragenen bzw. noch einzutragenden Marken des SFCV. Ender Ulupinar, selbst Geschäftsführer der Schalke Fan Feld GmbH, hatte im August 2012 einen Lizenzvertrag mit dem SFCV geschlossen, der der Schalke Fan Feld GmbH u.a. die werbetechnische Nutzung des SFCV-Logos gestattete.

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Eigentlich mag ich mich mit diesem Thema gar nicht beschäftigen, möchte es am liebsten ignorieren und so tun als wäre dieser Club gar nicht da. Einfach Scheuklappen auf und weg. Mich beschleicht immer das Gefühl, dass jeder Gedanke, jedes Gespräch, jede Diskussion über diesen Retortenclub deren Zweck dient, nämlich ins „Rampenlicht zu treten“. Wie sagt man immer so schön: Es gibt keine negative Publicity! Das will ich ja eigentlich gar nicht, ich will denen keine Bühne bieten. Am liebsten möchte ich, dass dieses Konstrukt ganz aus dem deutschen Fußball verschwindet, nicht nur aus der ersten Liga sondern ganz. Niemand soll dort ins Stadion, niemand soll den Fernseher einschalten, niemand soll Interesse haben dort zu spielen. Dann verliert Herr Mateschitz das Interesse an seinem Spielzeug und schließt seine Filiale im deutschen Fußball. Da wir aber in naher Zukunft dort spielen und Leipzig seit dem letzten Spieltag Tabellenführer ist, stößt man zwangsläufig darauf.

Aber was genau ist denn nun eigentlich der Anstoß zu der bundesweiten Ablehnung, wieso hassen eigentlich alle diesen Aufsteiger?

Dieser Club wurde künstlich aufgepumpt, mit Geldern, die aus eigener Kraft nie hätten erwirtschaftet werden können. Da hilft es auch nichts, dass Ralf Rangnick in einem Interview mit der Süddeutschen bekannt gibt, dass dort kein Spieler mehr als drei Millionen verdienen würde. Man würde sich mit den Personalkosten gerade man im Mittelfeld der Liga befinden (siehe hierzu auch: suddeutsche.de). Selbst wenn das stimmt, dass Ihre Spieler „nur“ drei Millionen verdienen, Herr Rangnick, erklären Sie mir doch bitte einmal, welchen Verein Sie kennen, der innerhalb von sieben Jahren ein Budget zur Verfügung hat, der für das Mittelfeld der ersten Bundesliga reicht?! Abgesehen davon sollte man sich auch mal die Ablösesummen anschauen, die Leipzig zahlt, um die Spieler überhaupt zu holen. Da wird sicher auch das ein oder andere Handgeld dabei sein, um das „geringe“ Gehalt auszugleichen. Nachdem man in der Rückrunde der Saison 2015/2016 nicht auf den Aufstiegsplätzen stand, wurde in der Winterpause mehr Geld in den Kader investiert als in der ganzen Liga zwei zusammen und mehr als die meisten Bundesligisten. Nach dem Aufstieg kaufte man in der Sommerpause laut transfermarkt.de Spieler für ca. 50 Millionen.

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