Detlef Ernsting, ehemaliges Mitglied im Schalker Aufsichtsrat hat einen Brief an den Leiter des Fanclub-Bezirks 3 geschrieben. Seine Bitte der Weiterleitung an die Fanclubs ist der Bezirksleiter nicht nachgekommen. Es gab auch keinerlei Reaktion.

Detlef hat uns das Schreiben nun als „offenen Brief“ weitergeleitet, den wir Euch nicht vorenthalten möchten. Das in dem Text angesprochene Schreiben könnt ihr hier nachlesen.

Lieber Dieter,

zunächst geschockt und sprachlos, mit einigen Tagen Abstand zunehmend wütend über euer Auftreten und Aussagen in der Bezirksversammlung am vergangenen Donnerstag ist es mir ein großes Anliegen, euch die Sicht eines (ehemaligen) Insiders zu der aktuellen Gemengelage nicht vorzuenthalten.

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Die dritte Variante, zu der Clemens und seine Mitstreiter von der “Bild”-Zeitung gerne greifen, ist das Argument, dass alle, die gegen ihn sind, auch gegen den Verein seien. Und überhaupt den Betrieb nur stören.

  • So beschwert er sich beispielsweise, dass Abstimmungen im Aufsichtsrat nicht mehr einstimmig verlaufen. Dazu sei zum ersten gesagt: Wenigstens stimmt der Aufsichtsrat ab. Es fallen nicht mehr alle Entscheidungen nur im so genannten “Eilausschuss”, der auch die nicht eiligen Entscheidungen durchgewunken hat. Kein Wunder – schließlich sitzen darin nur Clemens und sein Intimus Lange. Dass jetzt alle mit abstimmen dürfen, ist übrigens von der Satzung so gedacht gewesen.
  • Dazu der Fakt, dass es jetzt auch Gegenstimmen gibt – gut so, ist man geneigt zu sagen. Schließlich ist der Schalker Aufsichtsrat nicht der Parteitag der KPdSU, sondern ein Gremium, das demokratisch wirken muss (alles andere ist in Deutschland nicht möglich, wenn man unter Vereinsrecht steht). Und wir alle wissen: Wenn mehr Leute mitentscheiden, können auch mehr Leute mitdenken. Eine Entscheidung kann so nur besser werden, als wenn man alles mit sich selbst ausmacht. Vielleicht haben die “Abweichler” ja gute Gründe für ihre Entscheidung – beispielsweise die finanziellen Belastungen, die durch das “Trainer-Hopping” von Clemens entstehen?
  • Die Ultras wollen den Verein übernehmen“, es drohen “Hamburger Verhältnisse“. Nun, das ist schon insofern falsch, dass in Hamburg die Ultras die Ausgliederung der Profimannschaft nicht haben verhindern können. Um genau zu sein: Wer von “Hamburger Verhältnissen” spricht, dem sei gesagt: In Hamburg ist die Profimannschaft ausgegliedert, ein Sponsor bestimmt über das Geschehen, nicht die Mitglieder, und der Abstieg wurde auch nur knapp verhindert. An diesen Verhältnissen sind nur dort eben nicht die Ultras schuld, sondern die Vereinsführung. Und nebenbei: Die Ultras sind Vereinsmitglieder. Und damit nicht besser oder schlechter als andere Vereinsmitglieder. Wenn die eine Mehrheit zusammen bekommen sollten, dann ist auch das einfach Demokratie. Davon ab: Die wenigstens, die Clemens’ Gebaren unerträglich finden, sind Ultras. Und Ultras sind in der Regel mehr am Wohl des Vereins interessiert als daran, sich den eigenen Posten zu sichern. Eigentlich gar nicht mal so übel.

(Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 der Serie)

Eine weitere Strategie, der man immer wieder begegnet, ist die, Clemens’ Gegner wollten ihm persönlich etwas – ziemlich dünnhäutig für jemanden, der an der eines großen Konzerns sitzt und dort Entscheidungen über viel, viel Geld trifft. Und ob aus der Luft gegriffen oder nicht: Es tut auch nichts zur Sache.

  • Gegenüber der “Bild”-Zeitung sagt Clemens über die Mitglieder des Wahlausschusses: “Da sitzen nicht unbedingt Freunde von mir.” Und es könne sein, dass die ihn (deswegen) gar nicht erst zur Aufsichtsratswahl zulassen. Nun, zum einen hat die Geschichte bewiesen: Dem war nicht so, Clemens darf kandidieren. Zum anderen aber hat Clemens damit unterstellt, dass der Wahlausschuss nicht nach pflichtgemäßen Ermessen und objektiv entscheidet, sondern sich statt von Qualifikationen von Antipathien leiten lässt. Oder um es im Vereinsrecht zu sagen: Der Vorsitzende des Vereinsorgans Aufsichtsrat unterstellt den Mitgliedern des Vereinsorgans Wahlausschuss öffentlich, ihre Arbeit schlecht zu machen. Alleine das hätte reichen müssen, dass der Ehrenrat aktiv wird. Guter Stil ist das auf jeden Fall nicht – und im Zweifel sogar vereinsschädigendes Verhalten.
  • In das gleiche Horn stießen dann noch Vorstandsmitglied Peter Peters und Ehrenpräsident Gerd Rehberg – letzterer sogar direkt auf der offiziellen Vereinsseite. In beiden Fällen versucht damit ein Vereinsorgan, die Abstimmungen eines anderen öffentlich zu beeinflussen. Peters kritisiert zudem in der Öffentlichkeit den Wahlausschuss.
  • Allen drei ist gemeinsam, dass sie den direkt von den Vereinsmitgliedern gewählten Wahlausschussmitgliedern unterstellen, dass sie ihre Entscheidung aufgrund persönlicher Animositäten statt nach der Sache und dem Willen der Mitgliederversammlung fällten. Ein Fall, in dem Kritik mehr über die Kritiker aussagt als über die Kritisierten.
  • In einem Interview im Vereinsorgan “Schalker Kreisel” bringt Clemens seine schwere Nierenerkrankung und die Aufkleber “Wir überleben dich” in einen Zusammenhang – zumindest stehen sie ohne einen Absatz dazwischen direkt hintereinander. Dabei verschweigt er, dass zwischen beiden Ereignissen ein Jahr lag. Und dass “Wir überleben dich” einfach nur eine Anspielung auf das Marketingmotto “Schalke, wir leben dich” ist.

(Hier geht es zu Teil 1 und Teil 3 der Serie)

Folgender Text zum Thema Clemens Tönnies hat uns erreicht. Und da in diesem Text versucht wird alle Seiten zu beleuchten, wollen wir euch diesen nicht vorenthalten.

Zurzeit beschäftigt Clemens Tönnies ganz Schalke. Insbesondere, da in diesem Jahr die Wiederwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden ansteht. Ob beim Bier im Stadion, im Zug zum Auswärtsspiel oder in den sozialen Netzwerken: Die Person Clemens Tönnies sorgt für Diskussionen und Streit, sie polarisiert. Hier werden vor allem „ohne Clemens Tönnies (oder seine Millionen) würde es Schalke nicht mehr geben“, die Frage nach der Alternative, seine wirtschaftliche Expertise und seine Kontakte zur Wirtschaft diskutiert.

Nach dem „Sonnenkönig“ Günter Eichberg fand Clemens Tönnies einen Trümmerhaufen auf Schalke vor. Vor allem ein großer Schuldenberg lag vor ihm. Er trat mit dem Willen an Schalke sowohl sportlich als auch finanziell wieder auf gesunde Füße zu stellen. Dazu kam die Notwendigkeit eines neuen Stadions. In den Folgejahren wurde spekuliert, dass Schalke nahe an der Zahlungsunfähigkeit sei, auch infolge der hohen Belastung aus dem Arena-Bau. Außerdem kamen Gerüchte auf, die Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung unterstellten. Josef Schnusenberg dementierte dies, räumte jedoch ein, dass Clemens Tönnies mit 4,7 Mio. EUR, Karl-Heinz Beul mit 3,0 Mio. EUR und Rudi Assauer mit 0,5 Mio. EUR ausgeholfen hatten und Veltins die Ablösesumme von Marcelo Bordon vorfinanziert hat. Ohne diese Darlehen wäre nicht immer pünktlich bezahlt worden. Die Ausgestaltung der Schechter-Anleihe ist hinreichend bekannt, diese wurde anschließend von Tönnies abgelöst (siehe hierzu auch: http://www.schalkermarkt.supportersclub.de/sm/?p=2845#more-2845). Für seine guten Kontakte steht wohl exemplarisch der Gazprom Deal. Seine Fleisch-Fabriken in Russland und sein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin und Alexej Miller machten diesen möglich. Jüngst wurde bekannt gegeben, dass dieser verlängert worden ist. Sein Fleisch-Imperium und der Schuldenabbau der letzten Jahre sind Zeichen seiner wirtschaftlichen Kompetenz.

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Wenn Clemens geht, dann bricht Chaos im Verein aus und Schalke wäre pleite. So die am häufigsten angewendete Kommunikationsstrategie. Wie vieles, das diffuse Ängste weckt, stecken wenig Fakten dahinter. Erster Teil der SCHALKE UNSER-Reihe über die Diskussionskultur vor der Jahreshauptversammlung.

  • Besonders beliebt: Clemens habe viel Geld im Verein stecken und wenn er nicht wiedergewählt wird, zieht er es. Das ist schon deshalb eine Argumentation, die zurückschlagen kann, weil ein Kredit ohne Laufzeit und sonstige klare Bedingungen ein Fall für die Finanzbehörden wäre. Selbst wenn Clemens Geld im Verein steckte – und das tut er nicht, wie er selbst eingeräumt hat -, würde dieses Geschäft auch weiter ordnungsgemäß zu Ende geführt.
  • Die neueste Variante: Ohne Clemens wäre Gazprom weg, durch eine unvorsichtige Äußerung auf der S04-Homepage selbst in die Welt gesetzt und danach rasch dementiert (in der Fassung nicht mehr online). Vielleicht ist nach dem Sturm in den sozialen Medien jemanden aufgefallen, dass Schalker sich nicht gerne erpressen lassen. Das Ganze gibt es auch in der Variante eines Peters-Interviews. Was davon zu halten ist, mag sich jeder selbst denken: Man darf öffentlich nicht Schlechtes über seinen Chef sagen, sonst fliegt man. Und die Kündigung verhindert kein Betriebsrat.

(Hier geht es zu Teil 2 und Teil 3 der Serie)

Wie im letzten Jahr fand auch dieses Jahr in der Flora in Gelsenkirchen die Vorstellungsrunde der Aufsichtsratskandidaten statt, wobei dieses Mal das Interesse an der Vorstellung der Kandidaten deutlich größer war. So wollten mehr Leute als zuletzt an der Veranstaltung teilnehmen, um sich selbst ein Bild von den Kandidaten zu machen. Dies liegt sicherlich daran, dass aktuell unter anderem Clemens Tönnies zur Wahl steht. Zur Freude aller Anwesenden und der Veranstalter haben alle vier Kandidaten zugesagt und die Chance genutzt sich vorzustellen.

Wir möchten euch an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Vorstellungsrunde präsentieren, damit sich auch die nicht anwesenden Mitglieder ein Bild machen können. Dieser Text soll keine chronologische Zusammenfassung der Veranstaltung sein, sondern die Aussagen zu einigen Themenblöcken zusammenfassen. Die Ziele, die in den Fragebögen von den Kandidaten formuliert wurden, sollen hier nicht extra noch einmal erwähnt werden.

Eines der wichtigsten Themen war der Umgang miteinander. Hier waren sich alle vier anwesenden Kandidaten einig, dass es so nicht weitergehen könne, da diese Streitigkeiten nur dem Verein schaden würden. Andreas Goßmann sagte dazu, dass die Egoismen beseitigt werden müssten und es egal sei, von wem ein Vorschlag käme. Es müsse hier nur um den Inhalt gehen. Michael Stallmann möchte hierfür gerne eine Geschlossenheit zwischen allen Gremien des Vereins herstellen. Er machte auch den Vorschlag, dass man sich nach der Mitgliederversammlung zunächst als Aufsichtsrat in Ruhe zusammensetzen sollte, die Dinge klären und sich kennenlernen sollte bevor es eine konstituierende Sitzung inklusive Wahl eines AR-Vorsitzenden geben sollte. Anders würde es in der aktuellen Situation keinen Sinn machen.

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