In diesen turbulenten Zeiten machten sich auch die Spieler so ihre Gedanken. So zog es Stan Libuda und Heinz van Haaren ins Ausland, wo Racing Straßburg mit den Geldscheinen wedelte. Für 500.000 Mark – die höchste Ablösesumme, die bis dato in der Bundesliga gezahlt wurde – sollte Libuda zur nächsten Saison in den Elsass wechseln. Die Frage war, wie sich der überaus sensible Rechtsaußen dort wohl fühlen sollte. Denn der “Stan” brauchte nur die Zechentürme von Gelsenkirchen-Bismarck nicht mehr im Blick zu haben, dann überkam ihn bereits Heimweh. Hinzu kam ein weiteres Problem: Libuda und van Haaren hatten nur einen Vertrag bis zum 30. Juni beim FC Schalke 04, das Pokalfinale sollte allerdings erst einen Tag später stattfinden. Der DFB stellte sich natürlich sofort quer und erteilte den beiden keine Spielberechtigung.

 

Bei Trainer Horvat herrschte begreiflicherweise helle Empörung über diesen lächerlichen Bescheid des DFB: “Es ist unverständlich, dass der DFB unsere eingespielte Mannschaft wegen einer Frist von 24 Stunden auseinander reißen will.” Präsident Siebert fuhr schärfere Geschütze auf: “Wir haben die Termine doch nicht gemacht, sondern einzig und allein der DFB. Er hat sie mehrmals in seinem eigenen Interesse wegen der Länderspiele und der Europameisterschaft umgeworfen. Racing Straßburg hat uns vertraglich zugesichert, dass Libuda und van Haaren bis zum Abschluss der Saison für uns spielen. Der DFB soll in diesem Fall nicht päpstlicher sein als der Papst.”

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Hier findet ihr ein paar Bilder von unserem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Das Spiel ging durch ein Tor von Karim Bellarabi in der 35. Minute mit 0:1 verloren.

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Der DFB reagierte so, wie man es kennt: konfus. Ohne stichhaltige Beweise fiel ihm nichts anderes ein, als die Schalker Spieler Rüssmann, Libuda, Fichtel, Lütkebohmert und Nigbur aus der Nationalmannschaft auszuschließen. Dieter Burdenski, der beim besagten Spiel gegen Bielefeld den Schalker Kasten hütete, durfte aber immer noch in der DFB-Junioren-Auswahl mitspielen. Rolf Rüssmann entrüstet: “Ich bin erschüttert. Ich bin bereit zu schwören, dass ich kein Geld kassiert habe. Es ist mein ehrgeiziges Ziel, in die Nationalmannschaft zu kommen. Das wirft mich mindestens um ein Jahr zurück. Die beste Antwort an den DFB ist wohl, dass wir trotz aller Querschläger Deutscher Meister werden.” Die Fronten zwischen DFB und Schalke 04 schienen verhärtet. Auch Schalkes Kremers-Zwillinge erteilten Bundestrainer Helmut Schön eine Absage für das Länderspiel in Budapest gegen Ungarn. Nicht nur der Bundestrainer fühlte sich auf den Schlips getreten, der gesamte DFB zeigte sich brüskiert.

 

Wegen der permanenten Nervenbelastung war es nur eine Frage der Zeit, wann Schalke schwächeln würde. Gegen Hertha BSC Berlin (0:3) verlor man dann auch die Tabellenführung an Bayern München. Doch Schalke gab das Titelrennen nicht auf und hielt mit einem 5:1-Heimsieg gegen Braunschweig und einem 3:2 gegen Oberhausen Anschluss.

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“Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!” So zu lesen auf einem Spruchband in Aue. Darf man das? Zu hart? Hat ein solches Spruchband etwas im Fußball verloren? Die Antwort ist einfach und lautet: Nein. Das darf man nicht. Nichts, aber auch gar nichts erlaubt einen solchen Vergleich mit einem faschistischem System, das 6 Mio. Menschen kaltblütig ermordet hat und verantwortlich für den Tod von weiteren zig Millionen im Krieg war.

Dennoch ist es interessant, wie einfach man auf Parallelen stößt, wenn man sich mal die Mechanismen anschaut, auf denen das Konzept RB Leipzig nebst seinen Folgen basiert. Da kann man leicht auf solch abstoßende Gedanken kommen wie den Nazi-Vergleich. Damit meine ich nicht die dumpfe Attitüde mit dem Österreicher, das ist selbst mir zu platt (und das will etwas heißen, ja).

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Hier findet ihr ein paar Bilder von unserem Spiel in Berlin. Das Spiel endete nach einem späten Ausgleich von Joel Matip 2:2.

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In den letzten Wochen hatte die BILD-Zeitung neben ihrer Hetze gegen Griechenland noch ein weiteres großes Thema, nämlich Ultras. Natürlich ging es bei den Berichten nicht um die Stimmung in den Stadien oder den farbenfrohen Choreos, es ging in jedem Artikel nur um das Thema Gewalt. Nachdem Gerichtsurteile breit getreten wurden, irgendwelche angeblichen Kodizes und natürlich eine Tabelle der schlimmsten Vereine veröffentlicht wurden, hat die Sport-Bild dem ganzen noch die Krone aufgesetzt mit ihrem Artikel “Terror aus der Kurve”. Wie der Titel des Artikels vermuten lässt, handelte es sich dabei nicht um einen objektiven und vernünftigen Artikel.

Eine ausführliche Aufarbeitung des Artikels findet ihr hier: turus.net

Dass auch gerade die Verwendung des Begriffs “Terror” in der aktuellen weltpolitischen Lage vielleicht doch etwas geschmacklos ist, sollte an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben. Sicherlich handelt es sich dabei um das Stilmittel der Übertreibug für das ja gerade die BILD-Zeitung bekannt ist, aber ob man wirklich zu diesem Stilmittel in dieser Form greifen muss, ist doch mehr als fraglich.

Einen ausführlichen Text zu diesem Thema findet ihr auch hier: yabasta.blogsport.de

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die BILD-Zeitung sicherlich kein geeignetes Medium ist, um sich über Fankultur zu informieren. Geht lieber ins Stadion, schaut euch die Fankultur selbst an und sucht Gespräche. Das bringt euch sicherlich deutlich mehr.